Nicht mehr lange...

Als ich zuletzt einen Beitrag für meine Website geschrieben habe, hatte Volkswagen gerade den Tarek auf der Essen Motor Show Ende November präsentiert. Nun, gerade einmal drei Wochen später, kann ich es kaum mehr erwarten, bis die Rallye Dakar beginnt - schließlich dauert es noch kaum mehr als eine Woche.

Glauben Sie mir: Es ist ein sehr merkwürdiges Gefühl, die berühmteste Marathon-Veranstaltung der Welt schon zum 13. Mal zu starten, allerdings unter Bedingungen, die selbst für mich vollkommen neu sind. So bestand trotz aller Unwägbarkeiten im Motorsport in den Vorjahren doch fast eine Garantie, dass ich ins Ziel kam. Nun aber betreten wir unbekanntes Terrain - wir sind mit einem absolut neuen Auto unterwegs, das von einem Team eingesetzt wird, welches ebenfalls neu in diesem Sport ist. Es ist so aufregend wie meine erste Rallye Dakar überhaupt!

Manche Beobachter fragten sich, weshalb wir uns für einen Buggy entschieden haben. In wenigen Worten: Es war das einzige zuverlässige Konzept, das in einer so kurzen Zeitspanne entwickelt werden konnte. Während der 1,9-Liter-TDI-Motor schon in mehreren Wettbewerbsfahrzeugen getestet worden ist, mussten wir uns für eine solide und zuverlässige Basis in Sachen Chassis und Karosserie entscheiden. Vierradantrieb beispielsweise ist ein relativ kompliziertes System, zudem produziert der 1,9-Liter-Motor nicht so viel Drehmoment, wie man vielleicht glauben mag - er hätte sich mit einem Allradantrieb ohnehin schwer getan. Deshalb waren Heckantrieb und ein leichtes Grundkonzept die einzigen echten Optionen. 

Die Karosserie ist aus Kohlefaser gefertigt und wurde vom Team von Fabrizio Giugiaro bei Italdesign im Turiner Vorort Moncalieri gestaltet. 

Nach unseren Tests in Marokko im  November und im Dezember habe ich viel Zeit in Turin im Atelier von Italdesign verbracht, wo die drei Fahrzeuge für meine Teamkollegen Stéphane Henrard aus Belgien, Dieter Depping aus Wedemark und auch für mich aufgebaut werden. Zudem helfe ich meiner neuen Copilotin Fabrizia Pons natürlich bei jeder Frage, die auftaucht. Sie ist hoch motiviert, sehr fleißig und überaus wissbegierig. Und nicht zu vergessen: Um meine Fitness musste ich mich in dieser Zeit natürlich auch kümmern.

Auf die Frage nach unseren Erwartungen für die bevorstehende Rallye kann ich nur sagen: Wir müssen realistisch bleiben. Ich war sehr überrascht von den dynamischen Eigenschaften des Autos: Handling, Geradeauslauf, Sprungverhalten, Fahrverhalten auf schlechten Straßen - all das war wirklich erstaunlich. Aber niemand sollte vergessen, dass es unser erster Wettbewerb überhaupt ist. Die Favoriten sind natürlich Teams wie Mitsubishi. Ebenso glaube ich nicht, dass wir dem benzinbetriebenen Buggy von Jean-Louis Schlesser in punkto Tempo Paroli bieten können. Zudem sind Nissan und BMW am Start. Trotzdem hoffe ich auf eine Zielankunft. Es wäre toll, am Ende in Sharm El Sheikh "Best of the rest" hinter den Favoriten zu sein. 

Wenn Sie die Rallye, die am Neujahrstag im südfranzösischen Marseille mit einem Prolog beginnt, miterleben wollen, so gibt es viele Möglichkeiten: Wie immer wird meine Website täglich aktualisiert. Volkswagen hat ebenfalls einen sehr nützlichen und umfangreichen Dienst eingerichtet, der unter  www.touareg-dakar.com in deutsch, englisch, französisch, spanisch und italienisch verfügbar ist. Journalisten können bei Volkswagen eine Akkreditierung für den Media-Bereich dieser Seite beantragen. Zudem bietet der Veranstalter traditionell viele Informationen und die neuesten Ergebnisse im Internet unter www.dakar.com. Auch das Fernsehen ist natürlich dabei - im deutschsprachigen Raum berichten beispielsweise RTL und Eurosport.

Ihnen allen wünsche ich Frohe Weihnachten und ein Schönes Neues Jahr. Es wäre toll, wenn Sie auch dieses Jahr wieder die Rallye Dakar verfolgen würden - in welchem Medium auch immer!

 

jutta@jutta-kleinschmidt.de