Juttas Karriere in Wort und Bild

Früh übt sich…
Juttas Karriere in Wort und BildWenn ich es mir recht überlege – es ist ja doch schon ein Weilchen her, dass ich zur Welt kam. Genauer gesagt: Am 29. August 1962. Mein Geburtsort: Köln. Ganz ehrlich: An Marathon-Rallyes habe ich damals übrigens nicht gedacht. Die gab’s auch eigentlich noch gar nicht. 17 Jahre sollte es dauern, bis die erste Rallye Paris-Dakar begann… Einen Hang zu Geländewagen hatte ich aber schon immer.
Bayrisches Kindl
Bayrisches Kindl Meine Kindheit habe ich übrigens nicht in Köln verbracht. Wir sind schon recht bald nach Berchtesgaden gezogen. Insofern bin ich ein bayrisches „Kindl“, und wer genau hinhört, entdeckt immer noch ein paar bayrische Worte in meiner Sprache. Wie sich’s gehört, habe ich natürlich gleich die Bretter untergeschnallt – ein Bayer, der nicht Skifahren kann, ist eben keiner Bayer…
Jugend und Schule
Jugend und SchuleIch bin als zweitälteste mit drei Schwestern aufgewachsen. Meine Mutter hat uns nach der Scheidung von meinem Vater allein groß gezogen. Durch unsere Umzüge besuchte ich viel Schulen.  Meine Mittlere Reife habe ich auf der Knabenrealschule in Freilassing absolviert. Ich bekam damals eine Sondergenehmigung, da ich unbedingt einen technischen Abschluss machen wollte. Mein Fachabitur habe ich 1981 an der Fachhochschule in Traunstein abgelegt. 
Studium und Ausbildung
Studium und Ausbildung1982 habe ich beschlossen, zu studieren. An der Fachhochschule in Isny bei Kempten im Allgäu habe ich mich für Allgemeine Physik eingeschrieben – das hat mich schon immer interessiert. 1986 habe ich meinen Abschluss erworben. Meine Diplomarbeit, die ich bei BMW erforscht habe, ging über das Thema „Entwicklung und Realisierung eines Klimaprüfstands für Fahrzeugklimageräte“.
Auf Sand gebaut
Auf Sand gebautZum ersten Mal habe ich wohl 1985 von Wüstenrallyes gehört. Dann hat es mich gepackt: Ich wollte unbedingt dabei sein. 1987 startete ich parallel zur Rallye Paris-Dakar mit einer HPN BMW. Damit dürfte ich so ziemlich die einzige Zuschauerin gewesen sein, die die Rallye vor Ort verfolgt hat. Ein ganz schönes Abenteuer!
Feuer und Flamme für die Wüste
Feuer und Flamme fuer die WuesteDieser Ausflug hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich unbedingt einmal bei einer Wüstenrallye starten wollte. Rund ein halbes Jahr später war es dann so weit: ich fuhr die Pharaonen-Rallye in Ägypten.
Hoch hinaus
Hoch hinausIm Land der Pyramiden habe ich meinen ersten Dünensprung absolviert. Dabei war ich leider ein wenig zu optimistisch: Viel zu schnell fuhr ich eine Düne hinauf und flog weit über einen Dünenkamm. Das unvermeidbare Ergebnis fasst ein alter Titel der Rockgruppe Queen treffend zusammen: „Another one bites the dust“…
Wohnungsnot
WohnungsnotNatürlich hatte ich keine Werkstatt, um das Motorrad vorzubereiten. Also hab ich’s eben zuhause aufgebaut. In meiner Wohnung. Der Zusammenbau lief ganz gut, doch problematisch wurde es erst, als ich das Motorrad wieder herausbekommen musste. Unter einem Vorwand habe ich dem Hausmeister einen Schlüssel entlockt, mit dem man den Personen- in einen Lastenaufzug verwandeln konnte. Leider war der Boxermotor immer noch etwas zu breit – also musste ich einen Zylinder wieder abschrauben…
Die Küche als Werkstatt
Die Kueche als WerkstattEin Motorrad im Haushalt erfordert einfach Kompromisse. Auf meiner Küchenspüle mussten sich Geschirr, Kaffeekannen und Backformen den Platz mit Zylinderköpfen, Dichtungen und anderem Allerlei teilen.
Harter Einsatz
Harter EinsatzBereits im Auto ist eine Wüstenrallye extrem hart. Aber es kann sich eigentlich niemand vorstellen, wie schwierig eine solche Rallye mit dem Motorrad ist. Wie sehr man von den Strapazen gezeichnet ist, zeigt diese Aufnahme, die 1992 bei der Rallye Paris-Dakar entstanden ist. Mit einer serienmäßigen BMW R100 GS Paris-Dakar gewann ich die Damenwertung und belegte Platz 23 im Motorrad-Gesamtklassement.
Technik in Praxis und Theorie
Technik in Praxis und TheorieMit meinen ersten Motorrad-Einsätzen war der Grundstein für meine sportliche Karriere gelegt. Zur gleichen Zeit gelang mir der Einstieg in den Beruf: Ich begann Anfang 1987 in der Fahrzeug-Entwicklungsabteilung bei BMW in München. Dort blieb ich sechs Jahre lang. Parallel kümmerte ich mich immer stärker um den Motorsport.
Beruflicher und sportlicher Wandel
Beruflicher und sportlicher Wandel1992 beschloss ich dann, meinen Beruf als Ingenieurin aufzugeben. Ich wurde Motorsport-Profi. Wenig später saß ich zum ersten Mal bei einer Wüstenrallye in einem Auto – als Beifahrerin von Jean-Louis Schlesser.
Zweigleisige Einsätze
Zweigleisige EinsaetzeObwohl ich erste Erfahrungen im Buggy sammelte, blieb ich dem Zweirad weiterhin treu. Während ich zu Beginn meiner Motorsportkarriere stets Motorräder von BMW fuhr, kam dann nach vielen Jahren ein Wechsel: Ab 1993 vertraute ich auf die Enduros des österreichischen Herstellers KTM.
Die Liebe geht durch den Wagen
Die Liebe geht durch den WagenEs dauerte nicht lange, bis ich mich im Buggy dann selbst erstmals hinters Lenkrad klemmte: 1994 fuhr ich in Tunesien zum ersten Mal einen Buggy. Zum Jahresende in Dubai und im Januar 1995 bei der Rallye Paris-Dakar habe ich dann einen Mitsubishi von Sven Quandt gefahren. Anschließend wechselte ich ins Team von Jean-Louis Schlesser zurück, der damals auch mein Lebensgefährte war.
Im Einsitzer durchs Gelände
Im Einsitzer durchs Gelaende1997 war ein ganz besonderes Jahr: Ich war die erste Frau, die eine Etappe bei der Rallye Paris-Dakar gewonnen hat. Bis 1998 habe ich zahlreiche Langstrecken-Rallyes mit den Schlesser-Buggys bestritten. Besonders spannend war die Zeit zu Beginn mit dem Einsitzer – fahren und navigieren bedeutete eine Doppelbelastung.
Das Ladies-Team gibt sein Debüt
Das Ladies-Team gibt sein DebuetEnde 1998 ging ich dann in Dubai für Ralliart Germany an den Start. Dort debütierte auch das Ladies-Team von Mitsubishi – Tina Thörner und ich wurden beim UAE Desert Challenge auf Anhieb Vierte. Zwei Monate später, bei der Rallye Paris-Dakar 1999, hielten Tina und ich im Mitsubishi Pajero Evolution als erste Frauen der Welt drei Tage lang die Gesamtführung. Zum Schluss wurden wir Dritte in der Gesamtwertung. Doch das war noch nicht der größte Erfolg.
Ganz nah am Sieg
Ganz nah am SiegIm Jahr 2000 nämlich bestritt ich nach längerer Zeit wieder eine komplette Marathon-Saison. Es war ebenso spannend wie abwechslungsreich – ich habe mich riesig über eine erfolgreiche Saison gefreut. Und wir kamen unserem Ziel, erstmals zu gewinnen, immer näher. In Tunesien zum Beispiel habe ich den Sieg nur um 122 Sekunden verpasst. Am Jahresende gewann ich als beste T2-Pilotin den Vizetitel in der Gesamtwertung des Marathon-Weltcups.
Der größte Erfolg
Der groesste ErfolgMit meinem Copiloten Andreas Schulz, der mich seit August 2000 navigierte, gelang uns beim dritten gemeinsamen Einsatz der große Durchbruch. Andreas und ich sind unabhängig voneinander schon so oft zur Dakar gestartet, und nie hat es ganz gereicht. Anfang 2001 aber gelang uns beiden dann der bislang jeweils schönste Erfolg: Zusammen haben wir die Rallye Paris-Dakar gewonnen. Beim nächsten Einsatz folgte der zweite Sieg: Wir gewannen die Baja Italien.
Fire and Ice
Fire and IceDoch ich starte nicht nur bei Wüstenrallyes. Feuer und Eis – dieses Motto passt durchaus auch auf mich. Für die französische Eisrenn-Serie Trophée Andros, die ich zwei Jahre lang mit verschiedenen Autos bestritten habe, kann man mich ebenso begeistern wie für Arctic-Touren mit Industriepartnern oder ganz andere Disziplinen.
Rote Diamanten in der Grünen Hölle
Rote Diamanten in der gruenen HoelleDarüber hinaus zählt auch eine andere Art von Langstrecken-Veranstaltungen zu meinem Einsatzgebiet: Ich fahre nicht nur gerne lange durch die Wüste, sondern ich finde auch an klassischen Rennstrecken meinen Gefallen. Auf der berühmten Nordschleife des Nürburgrings bin ich schon mehr als einmal im Juni zum 24-Stunden-Rennen gestartet. So habe ich 1999 in einem Mercedes SLK zusammen mit Ellen Lohr und Claudia Hürtgen Platz sieben in der Gesamtwertung belegt. Im Jahr 2000 war ich in einem Mitsubishi Carisma GT Evolution VI am Start.
Vertragsunterzeichnung mit Volkswagen
Vertragsunterzeichnung mit VolkswagenAm 15. Mai 2002 begann ein neuer Abschnitt in meiner Motorsport-Karriere: Ich habe einen Dreijahres-Vertrag mit Volkswagen unterzeichnet. Das Unternehmen stieg in den Marathon-Sport ein. Zusammen mit einem Team rund um Sportchef Rudolf-Helmut Strozyk entwickelten wir eine an den Geländewagen Touareg angelehnte Wettbewerbsversion für die Rallye Dakar und den Marathon-Weltcup.
Wieder ein Damenteam
Wieder ein DamenteamAls ich zu Volkswagen kam, war die Beifahrerfrage eine der ersten wichtigen Entscheidungen. Mit Fabrizia Pons fand ich eine ideale und sehr erfahrene Partnerin für die neue Aufgabe. Nach einer ersten gemeinsamen Veranstaltung, der ADAC Rallye Deutschland 2002 in einem Vorwagen, feierten wir bereits im Januar 2003 unseren ersten gemeinsamen Erfolg: Wir beendeten die Rallye Dakar im Volkswagen Tarek auf Platz zwei der Klasse für zweiradangetriebene Fahrzeuge und auf Gesamtrang acht: ein guter Beginn.
Der erste Etappensieg des Touareg
Der erste Etappensieg des TouaregIn der Saison 2004 haben wir beim ersten Wettbewerb des neuen Autos gleich einen Höhepunkt erzielt. Auf der vorletzten Prüfung der Rallye Dakar feierten wir den ersten Etappensieg des neu konstruierten Rallye-Autos mit TDI-Antrieb. Viele weitere gute Tagesergebnisse unterstreichen das Potenzial des Autos, sodass wir jetzt aus einer guten Position in die Zukunft blicken können.
Einmal quer durch USA
Einmal quer durch USA 2004 nahm ich zusammen mit Joey Kelly am Race Across America (RAAM) teil. Ein Fahrradrennen, das von der Westküste der Vereinigten Staaten zur Ostküste verläuft. Ziel ist es, die vorgegebene Strecke von etwa 4.800 km mit einer Gesamthöhendifferenz von über 30.000 m so schnell wie möglich zurückzulegen. Alle zwei Stunden haben wir uns abgewechselt und sind Tag und Nacht geradelt. In nur achteinhalb Tagen haben wir so den amerikanischen Kontinent durchquert. Das war wohl so ziemlich das anstrengendste, was ich jemals gemacht habe.
Historisches Podiumsergebnis
Historisches PodiumsergebnisBei der Rallye Dakar 2005 erreichten wir den dritten Platz. Damit stand ich zum vierten Mal bei dieser Rallye auf dem Podest, während es für Volkswagen ein historisches Ergebnis war. Zum ersten mal in der 27-jährigen Geschichte der Rallye erreichte ein Auto mit Diesel-Antrieb einen Podiumsplatz.
Meine vorerst letzte Dakar Rallye
Aufbruch in neue ZeitenNach meinem Vertragsende mit Volkswagen 2006 wechselte ich in das BMW-X-Raid Team, ein Privatteam mit Unterstützung der BMW Motoren GmbH. 2007 gingen Tina Thörner und ich mit einem BMW X3 CC mit Dieselantrieb bei der Dakar Rallye an den Start. Leider hatten wir fast täglich technische Probleme und konnten so nur einen 15. Platz in der Gesamtwertung belegen. Seither findet die Rallye nicht mehr in Afrika, sondern in Südamerika statt, was für mich persönlich nicht mehr das gleiche Abenteuer bedeutet. 
Nur Fliegen ist schöner
HoehenflugSeit 2004 habe ich eine Lizenz als Helikopter-Pilotin. Mit meinem eigenen Helikopter,  einem Eurocopter AS350 B2, bin ich schon bis nach Afrika geflogen. 2008 habe ich bei den Dreharbeiten zum Kinofilm „Nine Miles Down“ teilgenommen.
Alles, was schnell ist
Alles was schnell istIch interessiere mich nicht nur für Dinge, die mit Motoren zu tun haben. So treibe ich zum Beispiel gerne Sport. Dazu zählt neben Mountainbike-Fahren auch Extrem-Radtouren wie schon mal eine Alpenüberquerung, das Race Across America und der Ötztal-Marathon.
Das Leben genießen
Das Leben geniessenMir bleibt nicht allzu viel Freizeit, doch die Zeit, die nicht mit Motorsport zu tun haben, nutze ich gerne, um zu entspannen. Ein wenig die Sonne genießen, Sport treiben, seit 2006 auch Golfen und natürlich gesund einkaufen,…
Privatsphäre
Privatsphaere…kochen, Freundschaften pflegen oder einfach nur ein wenig Zeit für mich selbst haben. Das alles kann ich in meiner Wahlheimat in Monaco ein wenig genießen.
Publikationen
Buecher Jutta KleinschmidtIm Jahr 2010 hat der Haufe-Verlag mein erstes Buch publiziert. Dieses Buch entstand in Anlehnung an meine jahrelange Tätigkeit als Vortragsrednerin. Ich beschreibe darin, was mir geholfen hat, Erfolg im Motorsport zu haben. Dabei ziehe ich Vergleiche zum allgemeinen Geschäfts- und auch Privatleben.  
Voller Energie in die Zukunft
Voller Energie in die ZukunftWie Sie sich vorstellen können, habe ich natürlich viele Pläne für die Zukunft. Dabei geht es nicht nur um Motorsport, sondern auch um Incentives und Programme für Privatpersonen rund um die Themen Auto, Fahrlehrgänge, Wüste oder andere extreme Umweltbedingungen. Genauere Details finden Sie stets aktuell auf dieser Website in den Bereichen „Aktuelle Highlights“ sowie „Unterwegs“.